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GERHARD MERCATOR – SCHÄTZE DER KOSMOGRAPHIE

Zur Neueröffnung der Mercator-Schatzkammer

>> Artikel RP-online

>> Flyer zur Ausstellung

Am 17. März 2013 waren alle Umbauarbeiten im Kultur- und Stadthistorischen Museum abgeschlossen, und es durfte gefeiert werden. Oberbürgermeister Sören Link eröffnete die neue Mercator-Ausstellung „Schätze der Kosmographie“ mit anerkennenden Worten an das Museumsteam und einer netten Anekdote über den Mercatorsohn Arnold, der hier vor über 400 Jahren zum Bürgermeister gewählt wurde. Er betonte, wie sehr Gerhard Mercator und sein Werk zu einem positiven Image Duisburgs beitrüge.

Dr. Joachim Bonn von der Sparkasse Duisburg erläuterte humorvoll, dass es eigentlich die Menschen in Duisburg selbst seien, die das Sponsoring für die neue Mercator-Schatzkammer geleistet hätten, denn viele von ihnen seien Kunden des Instituts – und die Erträge machen eine Förderung des Duisburger Kulturlebens möglich.

Museumsdirektorin Dr. Susanne Sommer stellte die Konzeption und die aktuellen Neuerungen in der neuen Präsentation vor und bedankte sich auch bei Dr. Gernot Tromnau, dem Vorsitzenden der Mercatorgesellschaft, für engagierte und oft unkonventionelle Hilfe. Anschließend füllte sich nicht nur die Ausstellung mit begeisterten Gästen, sondern auch das ausgelegte Gästebuch mit Namen, die in Duisburgs Kulturleben einen guten Klang haben: Anwesend waren u.a. auch Universitätsrektor Prof. Dr. Ulrich Radtke, Alt-Oberbürgermeister Joseph Krings und Altbürgermeister Heinz Pletziger.

Zwei geistige „Mercator-Söhne“ übernahmen dann ab Mittag das Regime im Museum: Frank Switala und Roland Wolf, im Outfit des 16. Jahrhunderts, führten „nonstop“ durch die Ausstellung. Über 250 Besucher nahmen an den Führungen im Halbstundentakt teil – und alle kamen mit glänzenden Augen aus der Schatzkammer wieder heraus.

Ein Besuch der neuen Mercator-Ausstellung lohnt sich also in jedem Fall! Wer selbst auf Entdeckung gehen will, wird sicherlich viel Spaß beim Schauen, Lesen und interaktiven Studieren haben. Wer an einer Führung teilnehmen möchte, wird auch auf seine Kosten kommen, denn hier werden nicht nur die Highlights kompetent vorgestellt, sondern auch spannende Geschichten erzählt.


 

mercator-2015
>> Matinée-Programm 2015
März bis November 2015

Mercator-Matinéen 2015
Die Beschreibung und Vermessung der Welt

Die Mercator Matinéen sind eine Reihe von Vorträgen und Lesungen im Kultur- und Stadthistorischen Museum, die die Umwälzungen in Kunst und Wissenschaften seit dem 16. Jahrhundert aus anderen Perspektiven thematisieren. Neue Methoden zur systematischen Erfassung von Naturphänomenen und kritische Fragestellungen gegenüber Naturvorgängen, die bisher als „von Gott gegeben“ hingenommen wurden, eröffnen dem Menschen wirksame Möglichkeiten zum Naturverständnis und zur Naturbeherrschung. Schon im Vorjahr waren die Veranstaltungen, die das Zeitalter Mercators lebendig werden ließen, ein großer Erfolg.

 

 


 

Leben und Werk

Mercator-DenkmalAm 5. März 1512 wurde Gerhard Mercator in Rupelmonde bei Antwerpen geboren. Nach dem Studium an der Universität zu Löwen erlernte er bei Gemma Frisius Kupferstechen und Globenbau, dann machte er sich selbständig. Mit 24 Jahren heiratete Mercator Barbara Schellekens, das Ehepaar hatte sechs Kinder. 1541 brachte er seinen Erdglobus heraus, auf dem erstmals Kompass-Kurslinien eingezeichnet waren, 1551 folgte sein Himmelsglobus. 1544 wurde Mercator von der Inquisition wegen des Verdachtes auf Ketzerei in Rupelmonde inhaftiert. 1552 zog Mercator mit Familie und Werkstatt nach Duisburg. Ein Grund für den Umzug war wohl die relative religiöse Freiheit im Herzogtum Jülich-Kleve-Berg, weiteren Anreiz bot die hier geplante Universität.

In seiner neuen Heimatstadt Duisburg schuf der Gelehrte den bedeutendsten Teil seiner Werke: Seine große Europakarte war über 100 Jahre Vorbild für alle Karten des Kontinents. 1569 erschien die Weltkarte „ad usum navigantium“, die erstmals sicheres Navigieren über das Meer ermöglichte. Über Jahre hin zogen sich die Arbeiten an dem ersten ‚Atlas‘ der Welt. Die Herausgabe des Werkes 1595 erlebte Mercator nicht mehr – am 2. Dezember 1594 um 11 Uhr verstarb der hoch geehrte Gelehrte, bestattet wurde er in der Salvatorkirche, in der heute ein Epitaph an ihn erinnert.