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Mercator-Matinéen 2017

Unter dem Titel „Welt im Wandel“ beschäftigen sich die Mercator Matinéen 2017 mit Entwicklungen in Gesellschaft und Politik seit Beginn der Neuzeit. Zwischen Höllenfurcht und Visionen vom „Goldenen Zeitalter“ wurden in Gerhard Mercators Epoche gesellschaftliche und politische Weichen gestellt, die noch heute für uns von Bedeutung sind. Vor dem Hintergrund der Frage, wie auf dem Planeten eine nachhaltige Entwicklung zur Stabilisierung wirtschaftlicher, ökologischer und sozialer Prozesse erreicht werden kann, werden Wissenschaftler, Kuratoren und Autoren Referate zu brennenden Themen unserer Zeit halten.

WDR5 wird eine Diskussion für das „Philosophische Radio“ mitschneiden. (Siehe Programm S. 20/21)

>> Hier können Sie das Programm als pdf downloaden!

 

5. März 2017

„Liebe, Macht, Tod, Identität“
Michael Köhlmeier erzählt Shakespeares „Hamlet“ und „King Lear“
(in Kooperation mit dem Verein für Literatur und der Fasselt Stiftung)

Liebe, Macht, Tod, Identität: Bei William Shakespeare werden die ganz großen Themen verhandelt. Grund genug für den Schriftsteller Michael Köhlmeier, die dramatischen Werke des Briten auf neue Weise zugänglich zu machen. Er fasst sie in eigene Worten – und spricht so von Shakespeare und von uns heutigen Lesern und Theaterbesuchern zugleich.

 

2. April 2017

Prof. Niko Paech (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg)
„Die Illusion vom ewigen Wachstum – Bedingungen und Möglichkeiten einer Post­wachs­tums­öko­no­mie“

Kann es ewiges Wirtschaftswachstum, wie es von Ökonomen und Politikern als Gesetz postuliert wird, überhaupt geben? Die lang gehegte Hoffnung, dass ständiges wirtschaftliches Wachstum durch technischen Fortschritt nach­haltig oder klimafreundlich gestaltet werden kann, bröckelt. Folglich ist es an der Zeit, die Bedingungen und Möglichkeiten einer Post­wachs­tums­öko­no­mie auszuloten.

 

7. Mai 2017

Prof. Yavuz Koese (Universität Hamburg)
„Prächtige Zeiten: Süleyman und die modernen Osmanenträume“

Sultan Süleyman (reg. 1520-1566) gilt bis heute als osmanischer Herrscher par excellence. Seine Herrschaftszeit wird gemeinhin als Blütezeit des Osmanischen Reiches bezeichnet. Im Zuge der kulturellen Rückbesinnung auf das osmanische Erbe in der Türkei wird gerade diesem Sultan und seiner Zeit große Aufmerksamkeit geschenkt. Der Vortrag geht einerseits auf die historische Figur Süleymans sowie seine Zeit ein, andererseits sollen die besonderen Formen der gegenwärtigen Vereinnahmung osmanischer Geschichte diskutiert werden.

 

4. Juni 2017

Dr. Stefano Saracino (Universität München / Universität Wien)
„Die politische Neuvermessung der Welt: Machiavelli und Morus“

Der Vortrag möchte nicht bloß aufzeigen, wie Machiavelli und Morus die in ihrer Zeit stattfindenden Erneuerungen auf dem Gebiet der Nautik und Geographie in ihren Werken thematisieren und metaphorisch auf sie anspielen. Es sollen zudem die Grundlagen und Hauptmerkmale ihres politischen Denkens rekonstruiert werden.

 

2. Juli 2017

Prof. Gunnar Heinsohn (Universität Bremen)
„Wieviele wollen nach Europa? Vom Zeitalter der Kolonisation zur heutigen Migration“

2009 ermittelt Gallup, dass aus dem Islambogen (Marokko bis Indonesien) und dem Subsahara-Raum 600 Millionen Menschen (aus einer Bevölkerung von 2 Milliarden) nach Europa streben. Gegen 2050 ständen – bei dann 3,6 Milliarden Einwohnern- rund 1,2 Milliarden für die Übersiedlung zu den 450 Millionen EU-Europäern bereit. Wie kann mit dieser Herausforderung umgegangen werden?

 

24. September 2017

Dr. Thomas Blisniewski (Universitäten Köln / Berlin / Duisburg-Essen)
„Die Entdeckung der Frauen in der Renaissance…“
(In Kooperation mit dem Referat für Gleichstellung)

Die Entdeckung der Frauen – zwei Phänomene der Renaissance: Frauen werden von Männern ›entdeckt‹, als Herrscherinnen, Mitregentinnen, als Dichterinnen und Malerinnen. Doch die Frauen der Renaissance entdecken auch sich selbst, entdecken, dass sie in einer Gesellschaft, die von Männern geführt und geprägt wird, Stellung beziehen können. Nicht nur an jenen Orten, an die sie von Männern traditionell gebunden wurden und verbannt worden waren, sondern auch in männlichen Domänen: der Kunst und der Politik.

 

 29. Oktober 2017

Jürgen Wiebicke (WDR5) im Gespräch mit Christian Schwägerl
Die Umbrüche unserer Zeit: Droht eine Gegen-Aufklärung?“

Was bisher als selbstverständlich galt – Demokratie, die Europäische Union, Wohlstand durch Technologie, Fortschritte beim globalen Umweltschutz – erscheint nach den politischen Ereignissen der jüngeren Zeit plötzlich sehr fragil. Handelt es sich dabei nur um eine vorübergehende Erscheinung? Oder droht eine Gegen-Aufklärung, ein dystopischer Rückfall in ein dunkles Zeitalter? Was sollten die Befürworter globalistischen Denkens und Handelns aus den jüngsten Umbrüchen lernen? Und wie könnte eine neue Aufklärung-Utopie aussehen?

 

26. November 2017

Professor Frieder Otto Wolf (Freie Universität Berlin)
„Vom Humanismus der Mercator-Zeit zum heutigen Humanismus“

Es gibt eine Kontinuität des Humanismus, die bis in die Renaissance und darüber hinaus bis in die griechische, römische und arabische Antike zurückreicht. Der Humanismus der Mercator-Zeit lässt sich als eine späte Gestalt des Renaissance-Humanismus begreifen. Beim Entwurf eines zeitgenössischen Humanismus kann der Rückgriff auf den Humanismus der Mercator-Zeit durchaus hilfreich sein.

 

Kultur- und Stadthistorisches Museum Duisburg
Mercator-Gesellschaft Duisburg
Bürgerstiftung Duisburg
VHS Duisburg

Eintritt zu den Matinéen: 6 Euro, ermäßigt 4 Euro
Beginn immer um 11.15 Uhr
Kartenreservierungen empfohlen!
Tel: 0203 283 2640 oder ksm@stadt-duisburg.de
Ein Glas Wein oder Saft sowie der Besuch der Ausstellungen sind inklusive!

 


 

Rückblick So 30. Oktober 2016

Bestimmend? – Mensch und Technik

Die philosophische Anthropologie geht der Frage nach, was den Menschen zum Menschen macht. Möglicherweise sein Umgang mit der Technik? Ein Kern-Argument philosophischer Anthropologen ist häufig die Unterscheidung zwischen Mensch und Tier. Im Vorfeld des sehr gelungenen Gesprächs hatte Pfarrer Winterberg in der Salvatorkirche eine Predigt zum facettenreichen Verhältnis von Mensch und Technik gehalten.

>> Gespräch zwischen Professorin Birgit Recki von der Universität Hamburg und Jürgen Wiebicke vom „Philosophischen Radio“ (WDR 5)

 


 

Rückblick So 3. April 2016, 11:15 Uhr,
Maximilian Letze stellt die Erfindungen des Universalgenies Leonardo da Vinci vor.

Leonardo da Vinci. Erfinder und Wissenschaftler

Leonardo da Vinci prägte wie kaum ein anderer die zweite Hälfte des zweiten Jahrtausends. Während Werke seines künstlerischen Schaffens, wie die „Mona Lisa“ oder das „Abendmahl“, weltweit bekannt sind, wird der Vortrag eine weitaus weniger beachtete Seite des Universalgenies da Vinci präsentieren: Leonardo als Erfinder und Wissenschaftler. Sein Erfindungsgeist wird zum bestimmenden Thema und beleuchtet wird wie sehr seine künstlerische Begabung verknüpft war mit einem schier unstillbaren Fortschrittsdrang und mit der Faszination für die Möglichkeiten der „modernen“ Technik.

davinci

Es wird Wagen geben, die von keinem Tier gezogen werden und mit unglaublicher Gewalt daherfahren.“ (Leonardo da Vinci, italienischer Maler, Bildhauer, Architekt, Anatom, Mechaniker, Ingenieur und Naturphilosoph, 1452 bis 1519).

Maximilian Letze

Studierte Kommunikationswissenschaften und Kunstgeschichte am Emerson College, in Boston, USA und Betriebswirtschaft an der Universita Commerciale Luigi Bocconi in Mailand. Er vollendete sein Studium mit einem Master of Arts in Globalisierungsforschung des Erasmus Mundus Consortiums der Universität Leipzig. Seit 2013 ist er Geschäftsführer des Instituts für Kulturaustausch, welches seit über 25 Jahren internationale Tourneeausstellungen kuratiert und organisiert. Er ist u.a. Kurator der Ausstellung „Leonardo da Vinci. Erfinder und Wissenschaftler“.

 


 

Rückblick
Vortrag Prof. Dr. Ottmar Ett, Universität Potsdam

Ottmar EtteDER KOSMOS ALEXANDER VON HUMBOLDT(S)

Mehr als eine Stunde fesselte der international renommierte Humboldt-Forscher Professor Dr. Ottmar Ette die Zuhörer der Mercator Matinéen mit seinem frei gehaltenen Vortrag zu Leben und Werk eines der letzten Universalgenies. Mit lang anhaltendem Beifall endete damit die letzte Mercator Matinée der Staffel 2015.

Für diejenigen, die nicht dabei sein konnten, hier ein Link aus der Kurzfilmreihe „Wissenschaft für die Zukunft“ , in der Prof. Ette noch einmal die Leistungen Alexander von Humboldts zusammenfasst.