Schmuck und Textilien der Turkmenen
Schätze der Seidenstraße
Verlängert bis 06.09.2009

14. 12. 2008 - 06.09. 2009

Eröffnung:
Sonntag, 14. Dezember 2008
11.00 Uhr


>> Begleitprogramm










Die sagenumwobene Seidenstraße war viele Jahrhunderte hindurch die wichtigste Verbindung zwischen dem Fernen Osten und Europa. Sie führte von der chinesischen Kaiserstadt Xi'an bis zum Mittelmeer. Nicht nur Handelsgüter verbreiteten sich über die Seidenstraße in beide Richtungen, auch religiöses Gedankengut, neue Technologien oder Kunststile fanden ihren Weg über Tausende von Kilometern. Jahrhunderte lang trafen entlang der Seidenstraße ganz unterschiedliche Völker aufeinander; es entstand ein einzigartiger und vielfältiger kultureller Austausch.



Die Karawanenwege der Seidenstraße führten auch durch die Siedlungsräume der Turkmenen, einem der wichtigsten Völker im zentralasiatischen Raum. Ursprünglich Reiternomaden, drangen die Turkmenen im 11. Jahrhundert in die Gebiete östlich des Kaspischen Meeres ein. Die meisten wurden als Bauern oder Städter sesshaft, wenige hielten bis heute an der traditionellen nomadischen Lebensweise fest. Die Mehrheit der Turkmenen lebt heute in der 1992 gegründeten Republik Turkmenistan.

Bekannt sind die Turkmenen für ihre prachtvollen Textil- und Schmuckarbeiten. So zeigt die Ausstellung farbenfrohe und sehr seltene Susanis, aufwändig mit floralen Mustern bestickte Decken, die ursprünglich als Überwurf des Brautbettes dienten und später als Wandbehang Verwendung fanden. Auch Mäntel, Einschlagtücher, Taschen oder Pferdedecken wurden mit reicher Stickerei versehen.



Der Reichtum turkmenischer Familien zeigt sich besonders in ihrem prunkvollen, oft feuervergoldeten Silberschmuck. Brautkronen, Ohrgehänge, Armreifen, Brust-, Rücken- und Handschmuck sind hochwertig gefertigt und mit Schmucksteinen besetzt. Besonders bei den mehrere Tage dauernden Hochzeitsfeiern wurde der kostbare Schmuck sichtbar getragen. Der Schmuck einer wohlhabenden Braut konnte bis zu 15 Kilogramm wiegen. Schmuck hatte aber nicht nur Prestige-Funktion, er bildete auch eine wichtige "Witwen- und Waisenversicherung" für Notzeiten.



Textilien und Schmuckstücke sind mit dekorativen Elementen versehen, die oft symbolischen Inhalt haben. So galt beispielsweise die Tulpe als Sinnbild der Jungfräulichkeit, der Granatapfel als Zeichen der Fruchtbarkeit.

Die in der Ausstellung gezeigten Exponate stammen überwiegend aus der Zeit um 1900 und wurden von Berliner Privatsammlern zur Verfügung gestellt.

Anmeldung zu Führungen (0203) 283 2656
oder ksm@stadt-duisburg.de